Gesellschaft für Exilforschung

Vorstellung

Die Gesellschaft für Exilforschung e.V. (GfE) versteht sich als Plattform zur Koordination, Vernetzung und Sichtbarmachung einer interdisziplinären Erforschung des deutschsprachigen Exils seit 1933 und seiner Folgen bis in die Gegenwart. Sie widmet sich auch der Frage, inwiefern aktuelle Phänomene von Flucht, Vertreibung und Exil im Kontext dieses historischen Wissens und seiner gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Implikationen beschrieben und verstanden werden können. Die 1984 gegründete Gesellschaft bündelt Forschungen, die Umstände der Flucht sowie Lebens-, Arbeits- und Integrationsbedingungen der Emigrierten wie auch Möglichkeiten der Remigration rekonstruieren. Dabei verfolgt sie das Ziel, ihre Leistungen auf dem Gebiet von Kunst und Kultur(transfer), Wissenschaft und Politik zu erinnern und zu vermitteln. Sie fördert den Dialog zwischen Betroffenen und nachfolgenden Generationen sowie zwischen Akteurinnen und Akteuren in Wissenschaft, Politik, Kultur, Archiven und Bildung und bündelt so theoretische und praktische Kompetenzen. Indem gerade auch kulturwissenschaftlichen Perspektiven der Exil- und Migrationsforschung Raum gegeben wird, werden Fragen nach Heimat und Zugehörigkeit, Identität und Mobilität, Sprachwechsel und Mehrsprachigkeit, (Auto-)Biografie und gebrochenen Narrativen, diasporischen, vernetzten und transnationalen Gemeinschaften in einer Weise verhandelt, die Übertragungen und Vergleiche über die spezifische historische Situation hinaus anregen.

Zum Austausch über neue Debatten und Forschungsentwicklungen veranstaltet die GfE jeweils themenorientierte Jahrestagungen. Die unter ihrem Dach gegründete Arbeitsgemeinschaft „Frauen im Exil” organisiert jährlich kleinere Konferenzen, deren Ergebnisse in der Reihe Frauen und Exil publiziert werden. Das seit 1983 erscheinende Periodikum Exilforschung – Ein internationales Jahrbuch wird im Auftrag der Gesellschaft von einem unabhängigen Gremium herausgegeben und reflektiert Breite und Aktualität der Exilforschung. Mitglieder der GfE erhalten das Jahrbuch kostenlos.

Zweimal jährlich erscheint der Neue Nachrichtenbrief auf der Website: www.exilforschung.de

 

Introduction (The above text in English)

The Gesellschaft für Exilforschung e.V. (GfE) was founded in April 1984. Its objectives are to carry out research – from an interdisciplinary point of view as well as from the perspective of gender studies – on the complex issues arising from the forced emigration from the German-speaking countries of Central Europe after January 1933. The GfE aims to convey the achievements of the exiles in the fields of the sciences and humanities, in culture, the arts, and politics, and to promote the dialogue between the people directly affected, succeeding generations, those with an interest in exile studies, and academic researchers. More recently, the GfE has turned its focus of attention to the exile of inhabitants of countries occupied by the Nazis and to the issue of the present-day movements of migrants and asylum seekers. Means of communication are the annual meetings, held in the spring and the autumn respectively, of the GfE and its special study group ‘Frauen im Exil’ (‘Women in Exile’), its publications Exilforschung – Ein internationales Jahrbuch and Frauen und Exil, as well as its Neuer Nachrichtenbrief, which appears twice yearly and which from its issue no. 33 (June/July 2009) onwards will only be available for downloading at www.exilforschung.de.

Prof. Dr. Inge Hansen-Schaberg, 1. Vorsitzende / President